Aktuelles

Staatliche Bibliothek Regensburg ehrt Dr. Marita A. Panzer mit einer Festschrift

 

Anlässlich des 70. Geburtstags unserer Vorsitzenden Dr. Marita A. Panzer haben sich unter der Federführung der Staatlichen Bibliothek Regensburg zahlreiche Freunde und langjährige Weggefährten versammelt, um ihr einen bunten Strauß an Texten als Geburtstagsgruß zu überreichen.

 

Die Texte, die in dieser Festschrift vereint sind, richten ihr Augenmerk auf Aspekte, die ein facettenreiches und zugleich charakteristisches Bild von ihr widerspiegeln sollen: ihre Person, ihr Werk, Geschichte (insbesondere Regensburgs) sowie Literatur. Beiträge, die für die Lesereihe „historisch-literarische Stadtführungen“ des VS entstanden sind, fanden daher genauso Aufnahme in diese kleine Sammlung wie Anekdoten, Würdigungen und Rückblicke. Erhältlich ist die Festschrift im Buchhandel sowie in der Staatlichen Bibliothek, Gesandtenstraße  13, 93047 Regensburg.

 

Julia Kathrin KNOLL/ Bernhard LÜBBERS/ Rolf STEMMLE (Hg.), Biographie und Literatur in Ostbayern. Marita A. Panzer zum 70. Geburtstag. Texte von Weggefährten (Kataloge und Schriften der Staatlichen Bibliothek Regensburg 17) Regensburg: Morsbach Verlag 2019; ISBN 978-3-96018-064-7; 19,90 Euro.

  


Ein kluger Steuermann in schwieriger Zeit

Der VS gratuliert Uwe Friesel zum 80. Geburtstag

 

Uwe Friesel ist als Schriftsteller in allen literarischen Genres zu Hause.  Er schreibt Romane und Erzählungen, Lyrik und Hörspiele, dazu Kinder- und Jugendliteratur. Bekannt geworden ist er insbesondere mit seinen  gesellschaftskritischen Kriminalromanen um den frühpensionierten Kriminalrat Guido Blankenhorn.

Auch als Übersetzer von Vladimir Nabokov und John Updike  hat er sich einen Namen gemacht. Er war Lektor, Dramaturg und Mitbegründer  der Autoren-Edition im C. Bertelsmann Verlag. Uwe Friesel erhielt zahlreiche  Stipendien und Auszeichnungen, wie das Villa-Massimo-Stipendium, das  Berlin-Stipendium des Literarischen Colloquiums am Wannsee, den  Nicolas-Born-Preis sowie den Niedersächsischen Kunstpreis für Literatur.

Uwe Friesel verbrachte viele Jahre im Ausland, in den USA, in Italien und  Schweden. Sein Blick über den Tellerrand der Republik kam immer auch der  Arbeit dem Verband deutscher Schriftsteller zugute. Seit 1969 engagierte er sich in verschiedenen Ämtern im Landesverband Hamburg des Verbands deutscher  Schriftsteller. 2010 wurde ihm vom Landesvorstand der »Ehrenvorsitz auf Lebenszeit« verliehen. Von 1976 bis 1977 ließ er sich zum Beisitzer im  Bundesvorstand wählen und von 1989 bis 1991 war er erster Vorsitzender des  VS - seit dem 1. Oktober 1990 auch für die neuen Mitglieder aus dem  Schriftstellerverband der DDR. 1991 wählten ihn die west- und ostdeutschen  Autorinnen und Autoren in Travemünde zum ersten gesamtdeutschen  VS-Vorsitzenden. Das Amt bekleidete er bis 1994. In dieser Funktion hat er 

unter anderem die beiden Schriftsteller-Kreuzfahrten in der Ostsee (1992) und im Schwarzen Meer (1994) mitorganisiert und die internationalen UNESCO- Literatur-Zentren auf den Inseln Visby und Rhodos mitbegründet.

»Uwe Friesel führte den VS erfolgreich durch sehr schwierige Jahre, dafür sind wir ihm dankbar«, so die VS-Vorsitzende Eva Leipprand. Die Verbände von Ost und West zusammenzubringen war eine »Sisyphosarbeit« (nach den Worten des damaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Björn Engholm).

Uwe Friesel lebt heute in Salzwedel in der Altmark und ist dem Hamburger und gesamtdeutschen VS weiterhin verbunden. Er bleibt ein Autor, der sich immer wieder mit kritischem Verstand zur Rolle der Schriftsteller in der Gesellschaft zu Wort meldet. Dafür danken wir ihm und wünschen ihm Gesundheit und noch viele gute Jahre im Dienst der Literatur.


30 Jahre Einsatz für die Sache der Literatur

Der VS gratuliert Imre Török zum 70. Geburtstag

 

Keiner stand dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller VS so lange vor wie Imre Török. 1988 wurde er zunächst in den Vorstand des Landesverbands Baden-Württemberg gewählt und war dort 1997 bis 2005 Vorsitzender. Im November 2018 wurde ihm der Ehrenvorsitz des Landesverbandes verliehen.

Schon früh engagierte sich Imre Török auch im Bundesvorstand: Von 1989 bis 1991 und von 2001 bis 2005 war er Beisitzer und von 2005 bis 2015 lenkte er als Bundesvorsitzender wesentlich die Geschicke des VS. 2015 gab er den Vorsitz ab und ist seitdem stellvertretender Vorsitzender des VS.

»Imre Török hat seine Ämter immer mit Leidenschaft und Empathie ausgeübt«, so die Vorsitzende des VS, Eva Leipprand. Es ging ihm nicht nur darum, die soziale und rechtliche Lage seiner Kolleginnen und Kollegen im VS zu verbessern, sondern auch der politischen Dimension des Schriftstellerberufes Ausdruck zu verleihen. So initiierte er das Projekt »Worte gegen Rechts« und nutzte seine guten Kontakte in die Türkei, um sich immer wieder für verfolgte Schriftstellerinnen und Schriftsteller einzusetzen. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und im ungarischen Schriftstellerverband und kämpft als Mitbegründer des Aktionsbündnisses »Fairlag« für faire Verlagsbedingungen.

Geboren wurde Imre Török am 3. Februar 1949 im ungarischen Eger. Weil seine Eltern aus Ungarn fliehen mussten, kam Imre zunächst nach Lübeck und studierte später in Tübingen Germanistik, Geschichte und Philosophie. Schon in seinem Geburtsland hatte er mit dem literarischen Schreiben begonnen. In Deutschland musste er die Sprache seines zukünftigen poetischen Schaffens erst lernen und brachte es zur kunstreichen Meisterschaft.

Heute lebt Imre Török als Schriftsteller und Dozent für Kreatives Schreiben im württembergischen Allgäu. Von dort aus ist er für Kolleginnen und Kollegen nach wie vor unermüdlich im Einsatz. Das tut er mit Herz, Geist und Verstand und dafür danken wir ihm mit einem herzlichen »köszönöm«!

 


 

Abschied von Mirjam Pressler

 

Am 16. Januar 2019 ist unsere hoch geschätzte Kollegin Mirjam Pressler nach einem langen Krebs-Leiden in ihrer letzten Heimatstadt Landshut (Niederbayern) gestorben. Als Kind einer Jüdin 1940 geboren, überlebte sie Nazi-Terror und Krieg bei einer Pflegefamilie, später in einem Kinderheim.

Nach einem Malerei-und-Sprachen-Studium ging sie nach Israel und lebte lange in einem Kibbuz, wo sie fließend Neuhebräisch lernte – Grundlage für ihre vielen großartigen Übersetzungen zeitgenössischer israelischer Literatur ins Deutsche, u. a. Zeruya Shalev und Amos Oz.

Danach lebte und arbeitete Mirjam Pressler in München, schlug sich und ihre drei Töchter als Taxifahrerin und Jeansverkäuferin durch, bevor ihr 1980 mit dem ersten Jugendroman Bitterschokolade gleich ein großer Erfolg gelang. Dem ließ sie mehr als 30 weitere Kinder- und Jugendbücher folgen, die sie zu einer der beliebtesten Autorinnen bei jungen Menschen nicht nur in Deutschland machten.

Ihren letzten Jugendroman Dunkles Gold konnte sie 2018 noch fertigschreiben, aber leider erlebte sie nicht mehr seine Veröffentlichung: Er ist für März 2019 bei Beltz angekündigt.

Mirjam Pressler war nicht nur eine kreative Autorin, sondern arbeitete auch überaus intensiv als sprachlich kongeniale Übersetzerin (mehr als 300 Titel) sowie als Herausgeberin (Anne-Frank-Gesamtausgabe) und als öffentlich Lesende. Als langjähriges Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di) engagierte sie sich auf zahllosen Lesungen, zuletzt vor allem in Landshut, für rückhaltlose Menschlichkeit und Toleranz, gegen jede Art von Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und rechte Hetze.

Ihre letzte Lesung auf einer Gedenkveranstaltung des VS Ostbayern zu den Nazi-Bücherverbrennungen galt dem deutsch-jüdischen Schriftsteller Ernst Toller, der 1933 aus Hitler-Deutschland ins Exil floh und sich als verzweifelt-isolierter Schriftsteller 1939 in New York das Leben nahm. Mirjam Pressler zitierte zum Schluss ihrer Lesung Tollers Satz: „Wer keine Kraft zum Träumen hat, hat auch keine Kraft zum Leben.“ Zwar ist Mirjams Kraft zum Leben mit 78 Jahren versiegt, doch sie hat Träume und bleibende Texte für viele Leben nach ihr hinterlassen.

 

Gernot Häublein, Altfraunhofen bei Landshut, Mitglied der VS-Regionalgruppe Ostbayern

 


Markus Ungerer, kommissarischer Leiter der Regionalgruppe Unterfranken, ist am Freitag, 4. Januar 2019, verstorben.

 

Nachruf von Ulrike Schäfer für die Regionalgruppe Unterfranken:

 

Von Markus‘ Tod erfuhr ich am Nachmittag nach seinem tragischen Unfall von einer Würzburger Autorenkollegin. Sie hatte als erste den Bericht darüber entdeckt, und wie viele andere kannte sie Markus als Gastgeber der jährlichen VS-Sommerlese, zu der alle Schreibenden aus Unterfranken und der weiteren Region, unabhängig von einer Gruppen- oder Verbandszugehörigkeit, geladen waren. Auch ich habe Markus so kennengelernt, Jahre bevor ich dem VS beitrat. Hier, im Garten der Ungerers in Kitzingen, wurde man von ihm und seiner Familie ganz selbstverständlich aufgenommen und willkommen geheißen. Hier konnte man einander kennenlernen, in kollegialer und zugleich familiärer Atmosphäre Texte vorlesen, sich übers Schreiben und literarische Belange austauschen und von den Erfahrungen derjenigen profitieren, die schon weiter waren.

Es war Reinhold Ziegler, unser langjähriger VS-Regionalgruppenleiter, der die Idee zu diesen offenen Autorenzusammenkünften hatte. Und es waren Markus und seine Familie, die ihnen ein Zuhause gaben.
Nach Reinholds Tod im Sommer 2017 übernahmen Markus und ich die kommissarische Leitung der Regionalgruppe gemeinsam. Reinholds Verlust wog in jeder Hinsicht schwer. Jeder von uns fühlte sich einzeln überfordert damit, ihm nachzufolgen – ersetzen konnten wir ihn ohnehin nicht. So teilten wir uns die Aufgabe, und so habe ich Markus‘ pragmatische, unaufgeregte, überaus kooperative und freundschaftliche Art näher kennengelernt. Und ich habe durch unsere Gespräche eine Ahnung davon bekommen, wie eingespannt er beruflich in seinen vielfältigen Tätigkeiten war: als Feuerwehrkommandant und Brandschutzbeauftragter Kitzingens, als Autor von Fachbüchern und Krimis und als vielgefragter Referent von Fachvorträgen. Die VS-Arbeit ist ein ehrenamtliches Engagement, das nebenher laufen muss und das bei einem Arbeitspensum, wie Markus es hatte, eigentlich leicht in Gefahr geraten könnte, unterzugehen. Selten habe ich erlebt, mit jemandem so umstandslos und verlässlich eine solche Arbeit zu teilen.
Markus wurde 51 Jahre alt. Die Bestürzung über seinen viel zu frühen Tod ist unter den vielen Schreibenden der Region, die ihn kannten, groß. Und es ist ein Wort, das immer wieder fällt: „hilfsbereit“. Es berührt uns zutiefst, dass er auf dem Rückweg von einem Feuerwehreinsatz starb. Wie es eine VS-Kollegin formulierte: Er war unterwegs, um anderen zu helfen.
Dass Markus Ehemann und Vater war, war für uns immer präsent. Es waren die Ungerers gemeinsam, die sich mit der jährlichen Sommerlese so persönlich und herzlich für uns Schreibende einsetzten. Seiner Frau Christine und seinen beiden Töchtern gilt unser tiefstes Mitgefühl.
Nachruf von  Arwed Vogel für den Landesvorstand des VS Bayern in ver.di:
Erschüttert haben wir am 4.1.19 vom Tod unseres Kollegen Markus Ungerer aus Kitzingen erfahren. Er verunglückte bei einem Einsatz als Feuerwehrkommandant, einer Lebensaufgabe, die er auch in seinem literarischen Werk immer wieder thematisiert hat. Unter anderem stammt von ihm die Krimireihe „Fogos Geschicht’n“, in der ein Feuerwehrmann als Detektiv ermittelt. Zahlreiche Fachbücher zum Brandschutz zeigen seinen Sachverstand, mit dem er als freier Autor sein Leben bestritt.
Markus leitete gemeinsam mit Ulrike Schäfer die Regionalgruppe Unterfranken, die Nachmittage und Abende der „Sommerlese“ zu der er die Kollegen in sein Haus nach Kitzingen einlud, waren legendär.
Seit 2017 gestaltete und publizierte er mit seiner Frau Christine den Newsletter des VS Bayern und war mit seiner präzisen und gelassenen Arbeitsweise eine wesentliche und geistreiche Stütze des Landesvorstands, immer verlässlich und hilfsbereit, aufgeschlossen für neue Pläne und Ideen. Markus wurde 51 Jahre alt.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seiner Frau, seinen beiden Töchtern, die einen Menschen verlieren, der sich immer selbst zurückgenommen hat, um für andere da zu sein.

 

Schreibwettbewerb "Verführerisches Ostbayern"

 

Der Schriftstellerverband Ostbayern plant nach „Schauriges Ostbayern“, „Phantastisches Ostbayern“ und „Mörderisches Ostbayern“ zusammen mit dem Battenberg Gietl Verlag / SüdOst-Verlag, Regenstauf, eine weitere Anthologie mit Kurzgeschichten. Sie soll im Oktober 2019 erscheinen.

 Etwa 20 AutorInnen des Verbandes werden hierfür zur Feder greifen. Eine weitere Story soll die Sammlung ergänzen: die Gewinnergeschichte dieses Wettbewerbs.

Das Thema lautet: „Verführerisches Ostbayern“!

„Verführerisch“ ist ausschließlich im erotischen Sinne gemeint (also z.B. nicht im politischen oder religiösen).

Das Thema erfordert allerdings einen „Rahmen“ und einige „Spielregeln“, damit die Geschichten auch zur Buchreihe passen:

 

1.) In den Texten haben nichts zu suchen: Pornografie, Gewaltverherrlichung, Vergewaltigungen, Frauen- oder Männerfeindlichkeit, Pädophilie, Sodomie, usw. Der Schwerpunkt der Geschichten soll also auf dem Emotionalen, der Stimmung, auf dem Knistern und auf der „Kunst des Verführens“ liegen.

2.) Die AutorInnen dürfen nicht Mitglieder des VS-Ostbayern sein und müssen in Niederbayern oder der Oberpfalz wohnen.

3.) Die Geschehnisse müssen im ostbayerischen Raum (Oberpfalz, Niederbayern) spielen.

4.) Die Texte müssen unveröffentlicht und rechtefrei sein.

5.) Textlänge: maximal 15.000 Zeichen (mit Leerzeichen).

 

Einsendeschluss: 15. März 2019.

 

Die Teilnehmer senden bitte ihre Texte per E-Mail an martinstauder@posteo.de;

und zwar als Mail-Anhang und als Text-Dokument (.doc, .docx, .rtf u.ä.; aber keine PDF-Datei); die Text-Datei darf nicht den Namen der Autorin/des Autoren enthalten.

 Preis: Veröffentlichung in „Verführerisches Ostbayern“, Battenberg Gietl Verlag;

Herausgeber: Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Regionalgruppe Ostbayern.


 

Ein Wanderer zwischen Literatur und Politik -

Der VS trauert um seinen Ehrenvorsitzenden Dieter Lattmann

(20. April)

 

Berlin, 19. April 2018: »Mit Dieter Lattmann verlieren wir eine große Persönlichkeit, die die bundesrepublikanische Zeitgeschichte mit geprägt hat«, erklärt Eva Leipprand, Vorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller. »Er hatte die Fähigkeit, die Reibung zwischen Literatur und Politik in vielfältiger Weise fruchtbar werden zu lassen. Insbesondere wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben ihm dafür zu danken.«In der Ära Willi Brandts, als plötzlich vieles möglich schien, gelang es ihm, die Schriftstellerinnen und Schriftsteller in einem Gesamtverband zusammenzuführen und als Gründungsvorsitzender ihren Anliegen in der Politik Gehör zu verschaffen. Gemeinsam mit Heinrich Böll, Günter Grass, Martin Walser, Ingeborg Drewitz und anderen Autorinnen und Autoren setzte er sich im 1969 gegründeten VS, dem Verband Deutscher Schriftsteller, für eine Anbindung an die Gewerkschaft IG Druck und Papier ein. Er prägte auch den Begriff »Einigkeit der Einzelgänger«, der als Motto über dem 1. Schriftstellerkongresses 1970 in der Stuttgarter Liederhalle stand.1972 bis 1980 war Lattmann Mitglied des Deutschen Bundestages, wo er sich nicht nur für seinen Allgäuer Wahlkreis,

sondern auch unermüdlich für die Sache der Schriftstellerinnen und Schriftsteller einsetzte. Die Novellierung des Urheberrechts, die Durchsetzung des Bibliotheksgroschens sowie das 1981 beschlossene Künstlersozialversicherungsgesetz sind für immer mit seinem Namen verbunden. Die Künstlersozialkasse ist eine Errungenschaft, die die soziale und wirtschaftliche Lage aller Kreativen entscheidend verbessert hat.

 

Dieter Lattmann zeigte immer eine klare politische Haltung, so die VS-Vorsitzende Eva Leipprand, und war auch eine der zentralen Figuren der Friedensbewegung der 80er Jahre. Politisches Denken gibt seinen Büchern ihre spezielle Färbung. Lattmann konnte, wie er selbst sagte, »Politik und Literatur nicht trennen«. Die in regelmäßigen Abständen erscheinenden Werke - »Die gelenkige Generation«, »Mit einem deutschen Pass. Tagebuch einer Weltreise«, »Die Einsamkeit des Politiker«", »Die Brüder«, »Jonas vor Potsdam« und andere mehr - sind jedes für sich ein eigenes Ab- und Überschreiten der Grenzen zwischen Literatur und Politik. In seinem Schreiben pflegte er einen klaren, jedes Klischee vermeidenden Stil, der vor keiner Wahrheit Halt machte, auch vor keiner Selbsterkenntnis, so tiefgehend sie sein mochte. Diesen Ernst konnte man auch in der persönlichen Begegnung mit Dieter Lattmann spüren; alles, was er sagte, hatte Bedeutung, Zusammenhang und Gewicht.

 

Der VS dankt seinem Ehrenvorsitzenden für alles, was er für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller getan hat, und wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.

 


 

Wir trauern um Wolf-Dieter Krämer,

Schriftsteller und Mitglied im Landesvorstand

(3. April 2018)

 

Wenige Tage vor seinem Tod war er erst in den Vorstand des VS Bayern wiedergewählt worden, dem er die letzten Jahre angehört hat. Sein Tod reißt eine große Lücke, denn er arbeitete in verschiedenen Organisationen mit, engagierte sich für soziale Gerechtigkeit und im politischen und publizistischen Widerstand gegen die Auswüchse des Kapitalismus und die Gefahr rechtsradikaler und populistischer Strömungen.

 

Bedächtig und zielstrebig, immer freundlich und unbeirrbar ruhig hat er seine Projekte vorangebracht, die Zusammenarbeit zwischen den literarischen Organisationen gefördert und sich für komplexe Aufgaben zur Verfügung gestellt.Dafür danken wir ihm als Weggefährten, den wir nicht vergessen werden.

 


Anerkennung für Kulturarbeit

 

Beim bundesweiten Wettbewerb „RAUSkommen! Der Jugendkunstschuleffekt“ unter der Schirmherrschaft von Ministerin Dr. Katarina Barley vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erreichte das Mitterfelser Projekt „Ein Fingerabdruck an der Wand der Zeit“ eine Nominierung unter die besten zehn Arbeiten.  So zeichnete der   Bundesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen (bjke e.V.) die „kunstraupe“ von Michael Witte für die malerische Umsetzung von Gedichten aus, die von Flüchtlingen unter Anleitung von Wolfgang Hammer entstanden und als Buch gedruckt sind.

 

Vor wenigen Tagen schließlich wurde dieses Projekt der interkulturellen Annäherung vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst offiziell als

bayerischer Beitrag beispielhafter kultureller Vermittlung für den „BKM-Preis Kulturelle Bildung 2018“ bei der Staatsministerin für Kultur und Bildung Monika Grütters eingereicht.

 

Das Evangelischen Bildungswerk e.V. in Regensburg hat die Projektgruppe "Fingerabdruck" eingeladen, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung der Bilder, die Gedichte vorzutragen. Die

Vernissage findet am 14 Januar 2018 um 16 Uhr statt, Die Ausstellung ist bis zum 3. Februar in dem Gebäude „Am Ölberg 2“ zu sehen.

 


Mirjam Pressler erhält

den Kulturpreis 2017 der Stadt Landshut

 

Die Jury ehrt die Autorin für ihr umfangreiches Schaffen. Es umfasst Kinder- und Jugendliteratur; bekannt geworden ist Mirjam Pressler aber auch als Übersetzerin, vor allem aus dem Hebräischen. Die 77-jährige Künstlerin ist seit vielen Jahren Mitgleid des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Regionalgruppe Ostbayern.

Wir gratulieren Ihr herzlich zu dieser Auszeichnung.

 


Josef Hrubý ist verstorben
 
Wir trauern um unseren hochgeschätzten Kollegen und Freund Josef Hrubý.
Er ist am 19. Juli 2017 im Alter von 85 Jahren in Pilsen verstorben. Josef Hrubý und der VS Ostbayern waren über 25 Jahre hinweg eng verbunden. Gemeinsam haben wir viele Projekte und Publikationen verwirklicht. Unser Beileid gilt den Angehörigen und den KollegInnen des Westböhmischen Schriftstellerzentrums.
Wir werden Josef Hrubý als lieben Freund in Erinnerung behalten!
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Lesung von Josef Hrubý während des Projekts "Literatur in Wanderstiefeln"
Josef Hruby.mp3
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